Die Architektur

Zur Architektur der Kirche schreibt ihre Erbauerin Maria Schwarz: "Ein Kirchbau soll Abbild seines Schutzpatrones sein. Für mich war es eine besondere Freude, dass dieser große Auftrag eine Liebfrauenkirche werden sollte.
Die allererste Arbeit nämlich, die ich mit meinem Mann ausführte, war die Planung der Inneneinrichtung der im Kriege zerstörten Liebfrauenkirche in Trier gewesen. Bei dieser Arbeit hatte ich gelernt, dass ein Bau mehr ist als die Hülle für das Tun des Menschen, daß er Abbild sein kann einer Form des Lebens, einer Ordnung in der Welt, daß er sogar Abbild und Inkarnation des Menschen sein kann ...
Liebfrauen (Trier)ist in drei Zonen übereinander gebaut, in der untersten ist die Rose, die in zwölf Konchen erblüht aus dem Mittelgeviert, um das vier starke Bündelpfeiler stehen; dann wird es zum Kreuz, und oben ist es Kuppel. Rose, Kreuz und Kuppel sind aufeinander gestellt. Die Kirche, die hier entstanden ist, hat die Liebfrauenkirche zu Trier zur Mutter, das kann man im Grundriss deutlich ablesen, aber sie wurde doch ein ganz eigener Bau, vielleicht eine bescheidene, einfache Tochter."

Grundriss

Der Grundriss der Kirche stellt ein gleicharmiges Kreuz dar. Drei der Kreuzarme sind von der Gemeinde gefüllt. Der vierte Arm fasst die große Orgel und den Platz für den Chor. Der Altar steht in der Vierung, um drei Stufen erhöht. Die Konchen in den Kreuzungswinkeln ergänzen den Kreuzgrundriss zum Symbol der Rose und greifen so das Patrozinium der Kirche auf: Maria, die "rosa mystica", die geheimnisvolle Rose, die höchste Lobpreisung Gottes. Die drei Schiffe der Kirche schließen die Gemeinde zu einem großen, offenen Ring zusammen, der um den Altar steht. Sie bildet, wenn sie zusammentritt, den offenen Ring, die Urgestalt der Orante-Haltung, die Priester heute noch einnimmt bei den Gebeten, die er spricht. Der Chorraum unterbricht diesen Ring, hier tritt das unendlich Offene in den Ring der Gemeinde.

Kirchenraum und Fenster

Unverputzter Backstein und Sichtbeton bestimmen die Wandflächen der Kirche. Der Backstein hat ein schönes, mosaikartiges Farbenspiel und bestimmt mit seinem Rot den Farbton des Raumes. Die vier tragenden Mittelpfeiler sind, ebenso wie die Rippendecke, aus Beton. So entsteht eine Materialeinheit am Bau von Backsteinmauerwerk und Beton.

Die Innenausstattung geht zu wesentlichen Teilen auf den Oberurseler Künstler Georg Hieronymi zurück, der die große Madonna, die Priestersitze, den Kreuzweg und zwei großflächige Wandteppiche in der Taufkapelle schuf. Den Tabernakel schuf Friedrich Gebhart aus Roxel/Westfalen. Er wird umfasst von einem goldenen Band, das mit Bergkristallen übersät ist und an den Mannasegen in der Wüste erinnert. Der Taufstein ist ein Werk des Kirchenbaumeisters Rudolf Schwarz.

Die Fenster der Liebfrauenkirche des Kärntner Künstlers Giselbert Hoke passen sich der Grundstruktur und Symbolik der Kirche an, die aus der Natur genommen sind. Sie greifen das Lob Gottes aus der Schöpfung auf, wie es sich im altestamentlichen Lobpreis der Jünglinge im Feuerofen (Dan 3) darstellt. Die Glasgemälde der Fenster verwenden volle Farben, die in lichtspendendes Weiß und in zarte gelbe, rote und blaue Farben ausstrahlen.

Auf die Architektur wurde im Gottesdienst anlässlich der Wiedereröffnung der Liebfrauenkirche nach der Renovierung am 26.01.2020 in der Predigt besonders eingegangen.