Newsletter WIR KÖNNEN MEHR

Frauen in der katholischen Kirche 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir sind eine Gruppe von Frauen aus der Pfarrei St. Ursula, die sich im Ausschuss „WIR KÖNNEN MEHR – Frauen in der katholischen Kirche“ zusammengeschlossen haben. Immer wieder stoßen wir Frauen in unserer Kirche an Grenzen, nur weil wir Frauen sind. Das möchten wir ändern. Wir möchten nicht länger auf eine eigene Rolle, eine eigene Würde und einen eigenen Bereich beschränkt werden. Wir möchten vollwertige und gleichberechtigte Mitglieder sein, auf allen Ebenen, in allen Bereichen und auf Augenhöhe. Dafür machen wir uns stark!

Wenn auch Sie sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Kirche interessieren und im Ausschuss mitarbeiten möchten, nehmen Sie bitte unter wirkoennenmehr@kath-oberursel.de Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Sie!

Susann v. Winning, Vorsitzende des Ausschusses WIR KÖNNEN MEHR!

Frauenpredigtwoche „Frauen* verkünden das Wort“

12.-19. September

Ein Blick in die Bibel zeigt: Die Heilige Schrift ist voller Frauen*, voller mutiger Prophet*innen und Apostel*innen – Mirjam, Hanna, Esther, Maria Magdala, Phoebe, Junia, … Von diesen Frauen* ermutigt, lud die Arbeitsstelle Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz Frauen* ein, das Wort Gottes an ihren Orten zu verkünden.

Patronin dieser bundesweiten Aktion ist die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen, Heilige unseres Bistums. Rund um ihren Gedenktag am 17. September kommen daher auch Frauen* im Bistum Limburg zu Wort und verkünden. Es werden Auslegungen aus ihren Perspektiven sein, die damit die Verkündigung vielfältiger machen, die sicht- und hörbare Präsenz von Frauen* mit ihren Charismen in Liturgie und Verkündigung weiter stärken.

Frauen* verkünden das Wort – seien Sie herzlich eingeladen zu dieser Woche voller Frauen*power und lassen Sie sich inspirieren und ermutigen von Frauen* aus der Bibel, von Frauen*, die neben Ihnen sitzen, von Frauen*, die das Wort Gottes verkünden!

Montag, 13.09.2021 um 19.00 Uhr im Gottesdienst in St. Crutzen, Bischof Brand Straße 13, 61440 Oberursel
Predigt: Pastoralreferentin Susanne Degen

Von der (Un-)Freiheit einer katholischen Frau

Wir alle, die wir Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland sind, leben in einem freien Land, in dem wir unser Leben dem Grundgesetz entsprechend in Freiheit und Selbstbestimmung gestalten können.

Für die Katholik:innen gilt darüber hinaus das Kirchenrecht, das eigenen Wert- und Moralvorstellungen folgt. Für uns Frauen zeigt sich das am deutlichsten im Verbot der Priesterweihe für Frauen. „Das Sakrament der Weihe kann gültig nur ein getaufter Mann empfangen“ heißt es im Kirchenrecht, „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ im Grundgesetz. Aus letzterem ergibt sich ein Rechtsanspruch gegen den Staat.

„In der Kirche geht es aber nicht darum, ein Recht auf etwas zu haben“, ist aus dem Kreis der Bischöfe als Argument zu hören. „Es geht um Berufung, um Gerufen werden.“ Ja, genau! Gerade der Beruf des Pfarrers ist kein Beruf wie jeder andere, nicht irgendein Job, auf den man/frau ein Recht hat. Man muss sich in seinem tiefsten Inneren berufen fühlen. Aber es ist eben Gott, der ruft, und nicht die Amtskirche. Wollen die obersten Kirchenmänner sich wirklich anmaßen, für alle Ewigkeit zu wissen, dass Gott nur Männer ruft? Wer Erfahrungen von Frauen kennenlernen möchte, die sich von Gott gerufen fühlen und darunter leiden, diesem Ruf nicht folgen zu dürfen, dem sei das Buch von Sr Philippa Rath „Weil Gott es so will“ zur Lektüre empfohlen.

1998 verbot der damalige Papst die Weihe von Frauen „endgültig“. Dieses Thema sollen wir Katholik:innen seitdem nicht mehr diskutieren. Doch Diskussionsverbote vertragen sich nicht mit Freiheit. Wir sind mündige Christinnen und Christen genauso wie mündige Bürgerinnen und Bürger. Unsere Bindung an unsere Kirche beruht nicht mehr auf Gehorsam, sondern auf Überzeugung und Zustimmung. Dass zumindest einige Bischöfe sich dieser Realität nicht länger verschließen, zeigt sich am Synodalen Weg. Bischof Bätzing sagte, er müsse „es als Bischof ernst nehmen, dass der Ausschluss der Frauen von Weiheämtern als grundlegend ungerecht und unangemessen wahrgenommen wird in einer gesellschaftlichen Umgebung, die Frauen und Männer lange schon in ihren Rechten gleichstellt“.

Wenn dieser Erkenntnis (und anderen) Taten folgen, hat unsere Kirche Chancen, ihren „toten Punkt“ zu überwinden.

Susann v. Winning, Vorsitzende des Ausschusses „Wir können mehr! Frauen in der katholischen Kirche“

Sonntagsandachten in St. Bonifatius - Andacht zu Maria

Das Wochenende ausklingen lassen, noch einmal zur Ruhe kommen, mit anderen Gemeinschaft sein, einen Impuls mit in den Abend und die kommende Woche nehmen - das und noch mehr bietet die Sonntags-andacht, zu der die Gemeinde St. Bonifatius jede Woche um 18 Uhr einlädt. Der Monat Mai ist im Kirchenkalender „Marienmonat“ und noch dazu war am 9.5.21 Muttertag - es hätte kein besseres Thema für diesen Abend geben können, als Maria. Gestaltet wurde die Andacht von einer Gruppe von Frauen aus der Pfarrei St. Ursula, die sich im Ausschuss „WIR KÖNNEN MEHR – Frauen in der katholischen Kirche“ zusammengeschlossen haben. Vielfältige Marienbilder bildeten den Einstieg. Ausgehend von den Abbildungen, die zum Klang von Marienliedern betrachtet wurden, sprachen die Frauen des Vorbereitungs-teams in jeweils ganz eigenen Worten über ihren eigenen, ganz persönlichen Bezug zu Maria.

Passend zum Marienmonat Mai ist das Monatslied von St. Ursula, „Glauben können wie Du“, gewählt und es sagt, was wir anstreben und erbitten können: Glauben, hoffen, und lieben können wie Maria. Sie kann uns als Schwester, als nahe Vertraute, auf unserem Lebensweg eine Begleiterin sein. 

Maria war offen für Gottes Wort. Sie hörte Botschaften von Engeln und von Hirten, die von Engeln erzählten, und dachte darüber nach. Beispielhaft war ihr Vertrauen auf Gott. Ohne zu wissen, was geschehen würde, sagte sie anderen über Jesus: „Was er sagt, das tut.“ Sie stellte sich zur Verfügung als Mutter für Jesus und erkannte in ganz besonderer Weise, was für alle Eltern gilt: Kinder gehören nicht ihren Eltern, sie sind nicht dazu da, die Vorstellungen der Eltern zu verwirklichen - sie gehen ihren ganz eigenen Weg. Maria vertraute auf Gott, wusste, dass Jesus seinen Weg zu gehen hatte und stand am Ende bei ihm unter dem Kreuz.

Beeindruckend wurde das Monatslied vorgetragen und die Andacht mit einem gemeinsamen Gebet abge-schlossen. Alle Andachtsbesucher:innen konnten eine duftende Rose mit auf den Heimweg und in die Woche nehmen.   Livia Sold

Erinnert Euch! Widerständige Kirchenfrauen.

Sabine Bieberstein lenkt den Blick über die »positiven« Frauenfiguren der Bibel auf die unangepassten Frauen, die Gemeinden leiteten und lehrten, aber eben nicht im Einklang mit den Verfassern der kanonisierten Texte. Sie machen schmerzlich auf den Traditionsverlust im Laufe der weiteren Geschichte aufmerksam. Inspirierend bis heute bleiben die Anstößigkeit und Widerständigkeit dieser Frauen. Sie waren weder angepasst noch nett, sondern unkonventionell, laut und nervig.

Zum Artikel

Erschienen am 2. Januar 2020, Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Frau Prof. Sabine Bieberstein und der Redaktion Feinschwarz,  Verein Feinschwarz, A-1010 Wien https://www.feinschwarz.net/ 

 

G*tt w/m/d

Eine Sonderausstellung im Bibelhaus Erlebnis Museum

Welches Geschlecht hat Gott? Ist Gott weiblich, oder männlich, oder doch etwa ganz anders? Was sagt die Archäologie? Was sagt die Bibel? Die Ausstellung G*tt w/m/d bis 19. Dezember 2021 im Bibelhaus greift diese Fragen auf. Die virtuelle Eröffnung vom 22. Juni ist in einem Video auf Youtube zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=5Zbc18coO2I

Bibelhaus Erlebnis Museum Metzlerstraße 19 - 60594 Frankfurt am Main, https://www.bibelhaus-frankfurt.de/bibelhaus-angebote/besucherservice/anreise.html

Buchtipp

Frauen stören

Frauen stören - Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft

Katharina Ganz hat sich in den Diskussionen um die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche pointiert geäußert: Kirche kann nur dann wieder glaubwürdig sein, wenn ihre Strukturen, Machtverteilung und der Umgang mit den eigenen Mitgliedern und Ressourcen dem Geist Jesu Christi entsprechen. In ihrem Buch erzählt die Franziskanerin von eigenen Erlebnissen und Stationen, nimmt frühere Aufbrüche in der Kirche in den Blick und lässt nicht locker bei der Frage, warum Frauen nicht dieselben Rechte haben können wie Männer. Sie möchte Veränderung, spricht Klartext und lässt sich nicht vertrösten

Katharina Ganz OSF, Dr. theol., studierte in Würzburg Theologie und Sozialwesen und promovierte an der Universität Graz. Ein praktisches Jahr führte sie in die Zentralafrikanische Republik und zum Eintritt in das Kloster Oberzell bei den Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu. Ab 2006 leitete sie das dortige Bildungshaus; 2013 wurde sie zur Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen gewählt.

Ihr Buch: Frauen stören – Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft ist im Buchhandel erhältlich für € 16,90 € ISBN 978-3-429-05623-0

Ein Interview mit Sr. Katharina Ganz im Domradio: Youtube: https://youtu.be/2fwdDi_1HuM

Abschlussgottesdienst 2. Ökumenischer Kirchentag in Frankfurt 16.05.2021 – verfügbar bis 15.11.2021

Die Predigt hielten Pastorin Mareike Bloedt und Dr. Katharina Ganz

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Abschlussgottesdienst-3-oekomenischer-Kirchentag-Frankfurt,audio889252.html

 

Sehenswerte Filme

DIE GÖTTLICHE ORDNUNG

ein schweizerisches Filmdrama von Petra Volpe, die auch das Drehbuch zum Film schrieb

Die junge Hausfrau und Mutter Nora wohnt 1971 mit ihrem Ehemann Hans, ihren zwei Söhnen sowie dem missmutigen Schwiegervater Gottfried in einem kleinen, friedlichen Dorf im Appenzellerland. Dort, in der Schweizer Idylle, ist fast gar nichts oder nur wenig von den sozialen Umwälzungen auf der Welt zu spüren, die sich seit der 68er-Bewegung ereignen, und auch Noras Leben blieb davon unberührt. Ganz im Gegenteil: Es herrscht die Meinung, Emanzipation sei ein Fluch, eine Sünde der Natur und gegen die göttliche Ordnung.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=FPkz9iuqSEk

DIE HÜTTE - EIN WOCHENENDE MIT GOTT

Verfilmung des Romans Die Hütte von William P. Young

Mack (Sam Worthington) führt mit seinen drei Kindern und seiner Frau in Oregon ein glückliches Familienleben. Bei einem Campingausflug verschwindet seine jüngste Tochter Missy, wenig später findet die Polizei in einer entlegenen Hütte ihr blutverschmiertes Kleid. Sie ist offenbar einem Serienkiller zum Opfer gefallen.

Trailer : https://www.youtube.com/watch?v=4eklX5riaoc

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