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100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT“

EINLADUNG ZU AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG UND FILMVORFÜHRUNG AM FREITAG, den 24.1.2020 um 18 Uhr im KATH. GEMEINDEZENRTUM

Die Nachfrage nach der Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ war so groß, dass der Geschichtsverein sie noch einmal zeigen wird, und zwar in Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Bonifatius in Steinbach. Die Vernissage findet am Freitag, den 24. Januar 2020 um 18 Uhr im kath. Gemeindezentrum, Untergasse 27 statt. Um 19 Uhr schließt sich die Vorführung eines unterhaltsamen, thematisch passenden Films an. Die Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ – angelehnt an die Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt aus dem vergangenen Jahr – schildert eindrücklich den Kampf der Frauen um das Wahlrecht und die Gleichberechtigung von der französischen Revolution bis in die heutige Zeit. Schon in der französischen Revolution verfasste eine leidenschaftliche Verfechterin der Menschenrechte der Frau ein Dokument mit dem Titel „Die Rechte der Frau“ – „déclaration des droits de la femme et de la citoyenne“. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts traten in Großbritannien die Suffragetten auf den Plan und forderten mehr Rechte für Frauen. Neuseeland führte als erstes Land weltweit 1893 das Frauenwahlrecht ein. Auch im kaiserlichen Deutschland begannen Frauen, darunter Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, das Wahlrecht einzufordern. In den Großstädten wurden viele Frauenverbände gegründet. Rosa Luxemburg, Mitbegründerin der KPD, musste diesen Kampf mit ihrem Leben bezahlen. Nach dem Ende des Kaiserreiches wurde dann endlich in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt, die ersten Frauen zogen 1919 in die Weimarer Nationalversammlung ein. Der Nationalsozialismus brachte einen schweren Rückschlag. Die Frauenverbände wurden verboten, aufmüpfige Frauen ins Gefängnis gebracht oder ermordet. Nach dem 2. Weltkrieg waren es vier Frauen, darunter die Frankfurterin Elisabeth Selbert, die als Mütter des Grundgesetzes in die Geschichte eingegangen sind. Sie haben dafür gesorgt, dass der Artikel 3 Absatz 2 lautet: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. In Steinbach wurde Gisela Spahn 1968 als erste Frau in die Gemeindevertretung gewählt. Noch länger, nämlich bis 1990, dauerte es in der Schweiz, bis auch der letzte Kanton das Frauenwahlrecht einführte. Davon handelt der Schweizer Film, der im Anschluss an die Vernissage um 19 Uhr gezeigt wird. Die ernste Komödie erzählt vom Kampf der Frauen im Kanton Appenzell. Die Frauen fordern mehr Rechte im Alltag und das Wahlrecht. Die meisten Männer sind allerdings dagegen. Sie finden, das verstoße gegen „die göttliche Ordnung“. Heute haben wir zwar eine Bundeskanzlerin, eine Verteidigungsministerin und eine EU-Kommissionspräsidentin, aber noch keine einzige katholische Pfarrerin. Es ist noch viel zu tun, um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in die Köpfe aller zu bekommen. Wir laden alle Steinbacherinnen und Steinbacher herzlich zur Vernissage und zur Filmvorführung am Freitag, den 24.1. um 18 Uhr in das kath. Gemeindezentrum ein. Danach ist die Ausstellung bis Sonntag, dem 2.2.2020 täglich außer Montag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags nach dem Gottesdienst. Heidrun Möhle für den Geschichtsverein Steinbach Susann v. Winning für die Gemeinde St. Bonifatius