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Leitlinien

Leitlinien zur Schöpfungsbewahrung der Pfarrei St. Ursula, Oberursel und Steinbach

I. Einführung

Die fortschreitende Klimaerwärmung, die zunehmende Umweltverschmutzung und der Raubbau mit den Ressourcen unserer Erde führen dazu, dass über unseren Umgang und unsere Verantwortung für die Schöpfung diskutiert wird.

Aus dem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung reagiert auch die Kirche auf diese Herausforderungen. Wir erkennen zunehmend unsere Verantwortung, die im Glauben verankert ist.

Im Jahr 2015 hat Papst Franziskus die Enzyklika „Laudato Sì – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ veröffentlicht. Sie richtet sich an „alle Menschen guten Willens“. Für die Katholische Kirche insgesamt sollte sie Orientierung und Maßstab für den Schutz der Schöpfung sein. Zunehmend kommt in der theologischen Anthropologie dem Menschen nicht mehr die Rolle des Herrschers, sondern des Hüters zu.

Der Papst ruft dazu auf, dass viele Menschen durch viele kleine Schritte zu Veränderungen im Umgang mit der Schöpfung beitragen können. Als Christen sind wir einerseits selbst Teil der Schöpfung und können nur leben im permanenten Austausch mit ihr. Jeder bewusste Atemzug in guter Waldluft lässt uns sinnlich spüren, wie sehr wir Teil der Natur und Schöpfung sind. Andererseits ist es auch ein Aspekt unserer Spiritualität, wie wir ganz persönlich unsere Bedürfnisse wahrnehmen und verstehen, wie wir unser Leben gestalten, woran wir uns binden, und was Ziel und Sinn unseres Lebens in dieser Zeit, an diesem Ort sein kann.

Wenn wir anfangen, unser Verhalten hin zu mehr Schöpfungsbewahrung zu ändern, stellen wir oft fest, dass einiges, was uns zunächst als Verzicht vorkommt, in Wirklichkeit zu einer Bereicherung unseres Lebens führt, die uns richtig gut tut. Darum wollen wir uns in unserer Pfarrei bewusst dafür einsetzen, dass unsere Erde mit allen Bewohnern noch lange Bestand haben kann.
Dabei bewegen uns folgende Fragen:

  • In welcher Weise sind wir als Christen in Oberursel und Steinbach gefragt?
  • Erkennen wir die Zeichen der Zeit?
  • Spüren wir die Herausforderungen auch persönlich?
  • Sind wir bereit zur Umkehr?
  • Wie können wir gemeinsam zu Treuhändern der Schöpfung für die kommenden Generationen werden?
  • Was können wir konkret in der Pfarrei St. Ursula Oberursel-Steinbach tun?

Wir laden dazu ein, dass wir gemeinsam in unserer Pfarrei versuchen, Antworten zu finden. Wir möchten, dass den Menschen in unserer Pfarrei immer deutlicher wird, dass sie ihre Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung ernst nehmen müssen. Klar ist, dass eine Veränderung bei jedem von uns selbst anfängt. Aber auch unsere Gruppen, Kreise, Gemeinden, ja, die Pfarrei als große Einheit, alle sind herausgefordert, ihr Umweltverhalten zu verbessern.

Dazu wurden in einem öffentlichen Workshop ein Katalog von Ideen zum individuellen Umweltschutz und Anregungen hierzu für Gruppen und Gemeinden erarbeitet. Neben diesen konkreten eigenen Aktivitäten müssen wir alle auch Druck auf die öffentliche Hand ausüben. Das kann auch in Zusammenarbeit mit außerkirchlichen Umweltverbänden geschehen. Nützlich und wichtig ist auch, unsere Bemühungen für die Schöpfung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Wir stehen erst am Anfang unserer Bemühungen und müssen täglich immer wieder neu dazulernen. Es ist ein Lern- und Wachstumsprozess in unseren alltäglichen Handlungen. Dieser Prozess der Selbsterkenntnis fällt leichter, wenn man nicht auf sich allein gestellt ist.

Darum wollen wir uns in der Pfarrei St. Ursula in Oberursel und Steinbach an folgenden Leitlinien orientieren, die sich sowohl an jede und jeden Einzelnen als auch an die Gruppierungen richten.
Die Leitlinien sind also einerseits individuell als auch gemeindebezogen zu sehen.

II: Leitlinien zur Schöpfungsbewahrung der Pfarrei St. Ursula Oberursel - Steinbach

Wir gehen sorgsam mit allen natürlichen Ressourcen um. Insbesondere bemühen wir uns um Einsparungen beim Energieverbrauch.

Wir versuchen, kurzfristige und dauerhafte Belastungen der Umwelt zu vermeiden. Dazu gehört beispielsweise ein kritisches Überdenken unserer Mobilitätsgewohnheiten.

Wir achten beim Einkaufen und allgemeinen Konsumieren auf die Kriterien Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Tierwohl (Achtung vor den Mitgeschöpfen) und faire Produktwahl.

Wir informieren uns, bilden uns weiter und sensibilisieren uns gegenseitig intern und extern für einen schonenden Umgang mit der Umwelt.

Wir tauschen uns jährlich über unsere Erfahrungen im Einsatz für die Umwelt aus.


(III): Den Leitlinien liegt ein Anhang mit konkreten Vorschlägen für jede/n Einzelne/n sowie für die Gemeinden bei, der kontinuierlich überarbeitet und angepasst werden soll.

Oberursel, den 30. Januar 2019
Der PGR der Pfarrei St. Ursula in Oberursel und Steinbach/