250 Jahre Jakob Brand
Am 20. Juni 1776 wird Jakob Brand im Spessart geboren. Am Ende seines Lebens (gestorben am 26. Oktober 1833 in Limburg) wird er der erste Bischof des 1827 gegründeten Bistums Limburg sein. Davor wirkte er für viele Jahre als Pfarrer von Weißkirchen und Kalbach. Sein Leben ist geprägt von den großen Umbrüchen seiner Zeit. Sowohl auf politischer wie auch kirchlicher Seite verändert sich die Welt zu Beginn des 19. Jahrhunderts rasant: die politische und kirchliche Landkarte wird neu geordnet und mit Aufklärung und französischer Revolution bestimmen neue Ideen das Leben und Denken der Menschen.
Jakob Brand war im Grunde seines Herzens immer ein Pädagoge. Die Ermutigung der Aufklärung zu selbständigem Denken und Urteilen hat auch seine Pädagogik geprägt. An den Orten, an denen er wirkte, war die profunde Bildung und christliche Prägung der Menschen für die er Verantwortung trug, seien es Kinder, Lehrer oder angehende Priester, immer eine Herzensangelegenheit. Auch als Seelsorger war er eifrig bemüht den Menschen seiner Zeit einen lebensnahen Zugang zum Glauben zu ermöglichen. Nicht wenige Zeitgenossen haben ihn wegen seines Engagements und seiner modernen Einstellung argwöhnisch betrachtet.
Vielleicht gibt der Blick auf solche Persönlichkeiten, die die Herausforderungen, die ihnen das Leben stellte, mutig und zuversichtlich angingen und dabei persönlichen Einsatz nie gescheut haben, auch uns heute den Mut, in unseren bewegten Zeiten zuversichtlich zu bleiben.
Die Grundlage für diese Zuversicht verbindet uns mit Jakob Brand: es ist der Glaube an den einen Gott. Im heutigen Tagesgebet wird er angesprochen als „unsere Hoffnung und unsere Kraft“ ohne die wir nichts vermögen. „Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir denken, reden und tun, was dir gefällt“, so die zeitlose Bitte.
Mathias Wolf