Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Es gibt Sprüche, die werden gesagt und alle nicken wissend. Manchmal denke ich aber doch nochmal drüber nach.

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Dazu habe ich schon oft genickt und viele um mich herum auch. Aber was ist es denn, dieses „Mehr“? Irgendwie ist es fühlbar, dass der Satz stimmt, aber irgendwie ist es auch nicht greifbar.

Mein Vorschlag dazu: Dieses „Mehr“, das, was da noch zusätzlich ist, das sind die Möglichkeiten, die sich aus der Summe der Teile ergeben.

Meistens wird der Spruch verwendet, wenn „das Ganze“ etwas Lebendiges ist, eine Gruppe von Menschen zum Beispiel. Allein, dass jemand lebt, macht schon einen Unterschied. Wo ein Mensch ist, gibt es Möglichkeiten. Wo ein Mensch hinkommt, vergrößert sich die Zahl der Möglichkeiten. Einfach so. Da hat er/sie noch gar nichts getan. Das allein ist schon toll. Und jetzt stellen wir uns mal vor, was geschieht, wenn dieser Mensch anfängt, irgendetwas zu tun. Oder wenn es nicht nur ein Mensch ist…

Eine Gruppe von Menschen kann etwas entstehen lassen. Ein „Teil des Ganzen“ tritt in Kontakt mit einem anderen. Oder mit mehreren anderen „Teilen“ gleichzeitig. Ein Gespräch, einen Spaziergang, ein Sommerfest entsteht… es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Einfach weil Menschen so verschieden sind und der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Wir haben es in der Hand, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Unser Leben ist ein Geschenk an uns und ich denke, es ist ein Auftrag, etwas von darin liegenden Möglichkeiten zu verwirklichen. Oder den Möglichkeiten wenigstens Raum zu geben und offen für sie zu sein. So verschieden wie wir sind und mit mehr oder weniger, aber sicher nie ohne, Phantasie.

Wir sind ja schließlich auch als Einzelperson schon mehr als die Summe unserer Teile. Und unser Leben ist mehr als eine Summe von Tagen. Es ist eine unendlich große Zahl an Möglichkeiten.