Der Heilige Geist – mulmig, erschreckend, wunderbar?
Was ist da Außergewöhnliches vorgefallen, dass es die Frommen aufschreckt und sie hellhörig werden lässt? (Apg 2,7-8)
Vielleicht erschließt sich das Pfingstgeheimnis nur dem, der glaubt – aber ich bin da skeptisch. Vielleicht gehört auch Erfahrung dazu – Glaubenserfahrung und Begegnung mit religiös Gleichgesinnten, egal welcher Nationalität. Und eine Portion Vertrauen in das, was Jesus gesagt und gewirkt hat.
Fehlt noch etwas, das zum Pfingstereignis beiträgt? Ja klar, es geht um Sprache und ums Hören und Verstehen! Es geht um die große Irritation, dass etwas in der eigenen Muttersprache verstanden wird, das gleichsam von einfachen, scheinbar bildungsferneren, religiös und sprachlich anders gepolten Menschen zum Ausdruck gebracht wird.
Der Heilige Geist als Dolmetscher Gottes?
Das Pfingstereignis lässt gewiss niemanden „kalt“ – vielleicht daher auch die „Zungen wie von Feuer“ (Apg 2,3). Es muss alle Betroffenen und Beteiligten irgendwie berühren, ja erschüttern, denn es geht offensichtlich um eine ganz besondere Art der Verkündigung, der sich kein Ohr entziehen kann: „– wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.“ (Apg 2,11)
Das Pfingstereignis macht einige auch „ratlos“, andere „spotten“. So frage auch ich mich: „Was hat das zu bedeuten?“ (Apg 2,12)
Vielleicht ist es so, dass nach all dem „Getöse“ ein tiefer Frieden, eine große geordnete Ruhe einsetzt, die erst so richtig empfangsbereit macht für die Geistesgaben, welche hin geordnet sind auf Gott und die Gemeinschaft aller Menschen untereinander und die es in ihrer Vielfalt zu entdecken – und zu respektieren – gilt.
Von Jutta Schmidt