Der Synodale Weg kommt voran

Ja, es ist ein mühseliger Weg, auf dem die deutschen Katholikinnen und Katholiken da sind. Und allen
steht nach der 4. Synodalversammlung der Schreck noch ins Gesicht geschrieben, dass es beinahe
schon hätte vorbei sein können. Aber ist das eigentlich ein Wunder, wenn jahrzehnte- , ja teilweise
jahrhunderte alte Denkblockaden aufgearbeitet werden müssen, wenn es um nichts weniger geht als
ein neues Verstehen der altkirchlichen Tradition? Wenn scheinbar unverrückbare lehrhafte
Festlegungen im Licht neuer Erkenntnis neu verstanden werden müssen?
Tatsächlich hat das Grundlagenpapier zu einer Erneuerung der Sexualmoral bei den Bischöfe nicht
die nötige 2/3-Mehrheit gefunden. Eine deutliche Mehrheit gleichwohl. Und in der
Synodalversammlung erst recht. Die davon abgeleiteten Texte zu einer Neubewertung von
Homosexualität und einer Veränderung der “Grundordnung des kirchlichen Dienstes” (mit dem Ziel
sexuelle Diskriminierung auszuschließen) fanden gleichwohl die nötigen Mehrheiten. Ebenso wie das
großartige Papier zu “Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche”. Vielleicht wird man es einmal
historisch nennen, was hier an Kärrner-Arbeit geleistet worden ist, das historischen Erbe und die
Tradition zu würdigen und zu respektieren und gleichzeitig Wege zu einer geschlechtergerechten
Kirche zu öffnen.
Der synodale Weg ist besser als sein Ruf!
Pfr. Andreas Unfried