Edith Stein

2016-09-10 13:27:51

„Je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muss er auch in diesem Sinne ‚aus sich herausgehen’, dh. in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen.“So bemerkt Edith Stein in einem Brief. Von den beiden Polen des „Hineingezogenwerdens“ und des „Aussichherausgehens“ ist das facettenreiche Leben dieser Heiligen des 20. Jahrhunderts geprägt.Edith Stein, vor 125 Jahren am 12. Oktober 1891 in Breslau geboren und in einer jüdischen Familie aufgewachsen, nennt sich ab ihrem 14. Lebensjahr eine „Atheistin“. Ihr steht eine große wissenschaftliche Karriere bevor. Schon hier treibt sie die Frage nach der Wahrheit um. Sie promoviert als eine der ersten Frauen in Philosophie, wird wissenschaftliche Assistentin bei dem bekannten Philosophen Husserl und bereitet sich auf eine eigene Professur vor. Mit 21 Jahren kommt der erste große Einbruch und die Hinwendung zum christlichen Glauben. Über ein Jahrzehnt später tritt sie in den Karmeliterinnenorden ein. In der NS-Zeit wird sie als geborene Jüdin verfolgt und schließlich 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo sie umkommt.1998 wird sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.Edith Stein hinterlässt ein umfangreiches Werk von philosophischen Schriften, von Briefen und geistlichen Texten, die sie als Ordensfrau verfasst hatte. Sie war eine Frau, die mit viel Engagement und Weitblick sehr aufmerksam die Ungerechtigkeiten und Entwicklungen ihrer Zeit wahrgenommen hat. Bei all ihrem Suchen hat sie nie klare Worte und konsequente Entscheidungen gescheut. Was sie umgetrieben hat, schon seit Jugendjahren, war ihre unbedingte Suche nach der Wahrheit. Sie hat die abstrakte Wahrheit gesucht und sie in der Person Jesu gefunden.