Edith Stein – 9. August
Am 9. August denkt die Kirche an die Heilige Edith Stein, eine Patronin Europas. An diesem Tag im Jahr 1942 kommt sie mit einem Transport holländischer Juden in Auschwitz an und wird ermordet. Ihr Leben war geprägt von der Suche nach Gott. In einer jüdischen Familie wächst sie auf und macht eine wissenschaftliche Karriere als Philosophin. Später lässt sie sich taufen und wird Karmeliterin. In einem Brief schreibt sie:
„In der Zeit unmittelbar vor und noch eine ganze Weile nach meiner Konversion habe ich nämlich gemeint, ein religiöses Leben führen heiße, alles Irdische aufgeben und nur im Gedanken an göttliche Dinge leben. Allmählich habe ich aber einsehen gelernt, dass in dieser Welt anderes von uns verlangt wird und das selbst im beschaulichsten Leben die Verbindung mit der Welt nicht durchschnitten werden darf; ich glaube sogar, je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muss er auch in diesem Sinne ‚aus sich herausgehen‘, dh. in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen. Es kommt nur darauf an, dass man zunächst einmal in der Tat einen stillen Winkel hat, in dem man mit Gott so verkehren kann, als ob es sonst überhaupt nichts gäbe.“
Mathias Wolf, Diakon