EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE UND FRIEDE DEN MENSCHEN AUF ERDEN

2010-12-24 14:41:01

„Ehre, wem Ehre gebührt!“ sagt der Volksmund.In diesem Wort steckt die Erfahrung, es gibt Situationen, in denen wir anerkennen müssen, es gibt Menschen, denen in besonderer Weise Ehre zukommt. Im vierten Gebot wird uns aufgetragen, Vater und Mutter zu ehren. Wir halten Menschen, die uns wichtig geworden sind, auch nach ihrem Tode in Ehren. „Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, heißt es in Todesanzeigen von Kollegen. Verliebte ehren einander in dem sie sich eingestehen, wie wichtig der andere für einen geworden ist. Kinder werden geehrt dadurch, dass ihnen besonderer Schutz und besondere Liebe in einer oft harten, unbarmherzigen Welt zukommt. In der Weihnachtsbotschaft singen die Engel: [i]„Ehre sei Gott und Friede den Menschen!“[/i] Ihm gebührt die Ehre, er soll mein Leben bestimmen. Gerade das macht die Menschen groß und frei. Ein Doppelwort von Dorothee Sölle und Johann Baptist Metz besagt: „Nur wer aufrecht gehen kann, kann auch niederknien.“ Und „Nur wer niederknien kann, kann auch aufrecht gehen!“ Niederknien aber nur vor diesem Gott in der Höhe, nicht vor den vielen Herren dieser Welt, die sich wie Götter aufspielen. Diesem einen Gott die Ehre geben heißt, frei werden gegenüber all den falschen Göttern, mögen sie uns im religiösen Gewand begegnen, wie z.B. in fundamentalistischen Strömungen fast aller Religionen oder in weltlichen Formen, indem die Wirtschaft oder das Geld oder die Karriere oder die Partei oder die Rasse das letzte Wort hat, der letzte Wert ist, dem alles geopfert werden soll, auch die Menschen, die da im Wege stehen oder nicht mehr mitkommen. [i]„Friede den Menschen auf Erden!“[/i]Wer Gott allein die Ehre gibt, der wird frei für den Frieden unter den Menschen. Gottes Ehre und die Würde eines jeden einzelnen Menschen, zunächst der Armen und Ohnmächtigen, gehören zusammen. Ehre sei Gott in der Höhe, damit Friede werde unter den Menschen auf dieser Erde. Darum ist Jesus Mensch geworden. Deswegen die Freude, die zunächst den Armen, dann aber dem ganzen Volk zuteil werden soll.Ich wünsche Ihnen, auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Frieden und die Freude in der Menschwerdung Gottes, [b]Gesegnetes Weihnachtsfest und ein Gutes Jahr 2011[/b][i]Reinhold Kalteier[/i]Pfarrer