Ein Lächeln
Auf meinem Schreibtisch, unter dem Bildschirm, steht ein kleines Foto mit dem Kopf eines Engels. Er lächelt. Das ist selten. Also vielleicht nicht, dass ein Engel lächelt, aber das es entsprechende Darstellungen gibt. Egal, ob Skulpturen oder Bilder – in der christlichen Kunst kommt es eher selten vor, dass die abgebildeten Menschen oder Engel lächeln. Meist ist der Gesichtsausdruck ernst, besonnen, verinnerlicht, neutral. Achten Sie mal darauf. Es ist eine interessante Perspektive zu fragen, welchen Gesichtsausdruck die dargestellten Personen haben. Aber zurück zum Lächeln – es ist zu finden und ich freue mich immer, wenn ich es bei dem Besuch einer Kirche, eines Museums entdecke.
„Mein“ lächelnder Engel steht übrigens an der Außenfassade der Kathedrale in Reims. Und er stiftet mich immer mal wieder zu einem Lächeln an. Auch und gerade, wenn ich E-Mails schreibe und mir die Person vorstelle, an die ich die Zeilen richte. Lächeln, so sagen übrigens die Fachleute, ist gesund. Es beginnt in den Augenwinkeln und reicht bis zum Zwerchfell, entspannt und ist gut für die Atmung.
Vielleicht ein ziemlich unspektakulärer Vorsatz für die Fastenzeit. Lächeln. Einfach so für sich oder wenn man jemand begegnet. Jesus sagt uns, dass wir, wenn wir fasten, kein finsteres Gesicht machen sollen. Und Nietzsche hat mal gemeint, erlöster müssten sie aussehen die Christen. – Vielleicht haben Sie auch einen Engel, der lächelt. Oder Sie lächeln, wenn Sie daran denken, wie sehr sie geliebt sind – von einem anderen Menschen, von Gott. – Ich wette, Sie haben Vieles in Ihrem Leben, was Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
Fröhlichen Endspurt für den Karneval und einen guten Start in die Fastenzeit!
Susanne Degen