Enge Pforte - Ist die Tür zum Himmel nun offen für alle oder nicht?

Der Prophet Jesaja sagt Ja und malt ein Bild von der großen Völkerwallfahrt zum Berg Zion.

Bei Jesus klingt das im Sonntagsevangelium einigermaßen anders, wenn er von der „engen Pforte“ spricht und davon,
dass es wohl „Heulen und Zähneknirschen“ geben werde, wenn sich herausstellt, wer 
dazugehören darf und wer nicht.
Was wie ein Widerspruch klingt, erklärt sich aus dem unterschiedlichen Zusammenhang: 
Jesaja spricht der kleinen Schar der aus dem Exil nach Jerusalem Heimgekehrten Mut zu. Sie 
sollen sich nicht abkapseln, sondern im Gegenteil Gottes Heilsbotschaft für alle mutig 
verkünden. Glauben ist nichts für die Wagenburg! 
Gottes Heil für alle – das kann man natürlich auch missverstehen: Dann kommt es ja gar nicht
darauf an, wie ich lebe, wenn am Ende ja doch sowieso alles gut wird. Aber unser Leben ist 
begrenzt und kein Tag davon kommt wieder. Jesus will uns mahnen, dass wir nichts 
verschieben oder vertrödeln, keinen Tag unsres Lebens ungelebt lassen: Carpe Diem – darum 
geht es! 
Pfarrer Andreas Unfried