Entspannung und Anspannung

2018-07-17 08:14:26

Entspannung und Anspannung- Vom alten Mönchsvater Antonius erzählt die Legende, einst habe ein Jäger ihn und seine Mönche im angeregten Gespräch angetroffen und darüber gehöhnt: Na, das seien ihm ja feine Asketen, die den Tag mit Picknick und Plaudereien verbrächten. Antonius, so die Legende, sei auf diesen bösen Spott gar nicht weiter eingegangen und habe ihn bloß gebeten, er solle doch einmal seinen Bogen spannen, was der Jäger auch tat. „Nein“, sagte Antonius, „nicht so. Fester.“ Worauf der Mann seinen Bogen noch kräftiger durchbog. „Noch fester!“ forderte ihn Antonius auf. Der Jäger spannte den Bogen aus Leibeskräften. „Noch fester!“ Antonius blieb unerbittlich. „Wenn ich ihn noch mehr spanne, dann zerbricht er“ sagte der Jäger. „Ja“, ant¬wortete ihm Antonius, „und so ist es auch mit uns Mönchen. Wenn wir den Bogen zu sehr spannen, dann zerbrechen wir...“Von der Anspannung und der Entspannung erzählt auch unser Sonntagsevangelium. Nicht einmal mehr Zeit zum Essen haben Jesus und die Seinen. So sehr drängen die Leute mit ihren Anliegen. Also fährt Jesus mit ihnen an einen einsamen Ort. Sie haben ein wenig Ruhe nötig. Doch kaum angekommen stöbern die Leute sie wieder auf. Von Mitleid ergriffen widmet sich Jesus ihnen erneut mit ganzer Kraft. Leidenschaft gehört zum Glauben eben genauso wie der sensible Umgang mit dem rechten Maß…Pfr. Andreas Unfried