ErnteDANK

2011-10-02 10:19:36

„Wir pflügen, und wir streuenden Samen auf das Land,doch Wachstum und Gedeihensteht in des Himmels Handder tut mit leisem Wehensich mild und heimlich aufund träuft, wenn heim wir gehen,Wuchs und Gedeihen drauf.Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!“Dieses Lied von Matthias Claudius stammt aus dem Jahr 1782 und ist doch ganz aktuell. Denn an diesem Wochenende wird in vielen Gemeinden das Fest „Erntedank“ gefeiert. Mit dem Schmücken des Altarraums durch möglichst vielfältige und farbenfrohe Gaben aus der Natur wird uns das notwendige Zusammenspiel von göttlicher Gnade und menschlicher Arbeit sinnlich vor Augen gestellt. Schön anzusehen für Klein und Groß soll damit unser Bewusstsein für quasi Selbstverständliches geschärft und in Balance gebracht werden.Denn wir Menschen sind nicht Herrscher der Schöpfung; sie ist uns vielmehr zum Bebauen und Bewahren anvertraut. „Aussähen, Beackern, Warten und Ernten“ - Die Phasen dieses Wachstumsprozesses obliegen nicht unserer Kontrolle und deshalb sind auch die Früchte dieser gottgewollten Schöpfung sind immer mehr als ein rein innerweltlich steuerbarer Prozess. Wer die Gaben mit wachen Augen anschaut, sieht nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch den göttlichen Schöpfer, der die Bedingungen für ihr Werden ermöglicht.Entgegen menschlich verbreiteter Allmachtsphantasien verDANKEN wir doch unser Leben und das, was es reich und unverwechselbar macht, gerade nicht uns selbst oder einer reproduzierenden Technologie. Das Erntedankfest will uns daran erinnern: Wir haben tagtäglich Grund, Gott dankbar zu sein für die Schätze des Lebens, die so bunt und abwechslungsreich sind wie die Kleider der Natur in den verschiedenen Jahreszeiten. Aus dem Angewiesensein und der Dankbarkeit erwächst auch eine Mitverantwortung für unsere Erde. Jede und jeder kann etwas tun! [i]Was nehmen SIE sich für diese Woche vor, um der Schöpfung etwas Gutes zurück zu geben?[/i]