Freut euch und lasst uns ein Fest feiern

Dreimal ertönt der Ausruf „Freut Euch“ im 15. Kapitel des Lukasevangeliums, dem Evangelium vom 11. September; dreimal wird etwas als verloren Geglaubtes wieder gefunden.

Es handelt sich um das verlorene Schaf, die verlorene Münze und den verlorenen Sohn.  Dreimal werden Menschen herbeigerufen, um an der Freude teil zu haben: Freunde, Freundinnen, Nachbarinnen, Nachbarn und Angestellte. So greift die Freude über das Wiedergefundene und den Wiedergefundenen um sich und erfasst die ganze Umgebung. 

 Aktuell hat die Freude es jedoch nicht einfach, sich durchzusetzen; die bestenfalls stabile Corona – Infektionslage, der anhaltende Krieg in der Ukraine und die Aussicht auf einen kalten Winter mit hohen Heizkosten lassen keine Freude aufkommen. Bisweilen ist eine Angst spürbar, zu kurz zu kommen - so wie bei dem älteren Bruder des wiedergefundenen Sohnes.

Der Vater der beiden Söhne lässt das alles nicht gelten. Angesichts des unverhofften Auftauchens des jüngeren Sohnes sagt er: „Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen.“ 

 Wir haben in den letzten zwei bis drei Jahren gelernt, uns voneinander abzuschotten, und uns dabei sogar ein wenig verloren. Uns aneinander zu freuen trotz aktueller Widrigkeiten, müssen wir wohl wieder lernen.

Bernd Kreuter