Gedanken zum 16. Sonntag im Jahreskreis 17.07.2011

2011-07-17 09:31:40

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!Mitten im Sommer hören wir am heutigen Sonntag ein Gleichnis Jesu aus dem Matthäus Evangelium Kapitel 13, 24 - 42. Jesus spricht darin vom Unkraut und vom Weizen. Er beschreibt ganz präzise die Situation der Menschen in der Welt. Es gibt also das Gute, das von Gott ausgesät ist und das Böse, das vom Gegner Gottes, vom Teufel, kommt.Die Spannung, die in der Welt da ist, spüren wir oft in unserem eigenen Leben. Wir tun oft Dinge, die böse sind und verspüren in uns eine gewisse Ohnmacht. So wie die Welt ist, die wir betrachten, so sind auch wir. Paulus beschreibt diese Situation so: ich will das Gute tun und schaffe es nicht! Dieser Zustand der inneren Spannung und Auseinandersetzung begleitet uns leben lang. Das soll uns nicht wundern und uns nicht verzweifeln lassen. Wichtig ist, dass wir uns immer wieder an den Retter unseres Lebens Jesus hinwenden. Gott ist kein böser Richter, der das Gute und das Böse auf die Waagschale legt und danach entscheidet. Mich beeindruckt immer wieder seine grenzenlose Liebe, seine Geduld mit mir und seine Barmherzigkeit, die er allen so reichlich schenken will. Er wartet auf meine Antwort und ist immer bereit, wie ein guter Vater, mich in seine Arme zu nehmen. Selbst dann, wenn ich in der letzten Minute meines Lebens mich an ihn hinwende. Kurz vom Jesu Tod am Kreuz, in der Stunde der Barmherzigkeit, wandte sich ein Verbrecher, der mit Jesus mitgekreuzigt war, an ihn und bat ihn: \"Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.\" (Lk 23, 24)Obwohl er ein Verbrecher war, hatte ihn die Gnade Jesu erlöst und die Aufnahme in das Paradies wurde ihm geschenkt. \"Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.\" (Joh 3, 17)Diese grenzenlose Liebe Gottes ist für alle Menschen zugänglich in seinem Sohn Jesus Christus. Wir sollen in unserer Zeit Zeuginnen und Zeugen dieser Botschaft in der Welt sein.Es ist unsere Aufgabe, Gott als Retter des Menschen zu verkünden und nicht als einen zornigen Richter.Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Ferienwoche.Ihr Jan Klementowski, Diakon