Gelassenheit

 

Es läuft nicht, wie es soll. Da ist Unkraut im Weizen. Warum auch immer. Lassen wir die Schuldfrage mal außen vor. Davon wird es ja auch nicht ungeschehen gemacht. Das Malheur ist passiert. Und jetzt? Da muss dringend etwas getan werden. Das Unkraut muss weg! Finden jedenfalls die Knechte des Gutsherrn in Jesu entsprechendem Gleichnis.Aber der Gutsherr ist anderer Meinung: Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Dann kann man das eine vom andern säuberlich trennen. Ansonsten würdet ihr mit dem Unkraut am Ende auch den guten Weizen ausreißen. Das soll nicht sein.Wo jeder Gärtner wohl den Kopf schüttelt, hat Gott die Ruhe weg – und ein unerschütterliches Vertrauen in das Gutsein der Schöpfung und die Kraft der Frohen Botschaft. Wohlgemerkt, hier geht es nicht um Schlendrian oder Gleichgültigkeit. Um Toleranz und einen unvoreingenommen Blick allerdings schon. Weil unser Leben komplexer ist, als dass man es in Weizen und Unkraut, gut oder schlecht aufteilen könnte.Die Gelassenheit des Gutsherrn im Gleichnis speist sich aus zwei Quellen:der demütigen Erkenntnis, dass ich nicht alles weiß und alles angemessen beurteilen kann, und dem tiefen Vertrauen, dass Gott die Welt zum Guten führen wird. Andrà tutto bene.