In diesem Jahr heißt das Motto der Caritaskampagne #Das machen wir gemeinsam.

Klingt ja erst mal gut! Aber wenn ich die aktuelle Situation vor einer wichtigen Bundestagswahl sehe, kommen mir da so einige Zweifel.

Überall werden die persönlichen Freiheitsrechte in den Vordergrund gestellt. Populistische Reden zum Stimmenfang geschwungen: „Wir lassen uns doch unsere Freiheit nicht nehmen. Rette sich, wer kann. Der Rest ist mir doch egal.“ Die persönliche Freiheit und das Recht auf diese Freiheit stehen bei vielen Menschen über allem. Rücksicht auf andere, auf Schwächere scheint bei diesen Leuten überhaupt nicht mehr im Blick zu sein.

Aber: Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit anderer beeinträchtigt wird. Alles Handeln hat Konsequenzen – für mich und für andere – immer.

Daher will die Caritas wieder auf das WIR, die Gemeinschaft, die Solidarität aufmerksam machen. Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen (Coronamaßnahmen, Hilfen bei der Flutkatastrophe). Der Mensch braucht den Menschen.

#Das machen wir gemeinsam!

Auch unsere Zeit braucht Menschen

die wagen, was keiner wagt,
die heraus sagen, was keiner sagt,
die zu denken wagen, was keine wagt
und ausführen, was keiner anfängt.

Die ja sagen, wenn's keine tut,
und nein, wenn keiner nein sagt,
die zu glauben wagen, wenn alle zweifeln,
die alleine stehen, wenn alle mittun.

Die Bedenken haben, wenn alle Loben,
die nicht spotten, wenn es alle tun,
die Wagen zu schenken, wenn alle Geizen,
die Licht machen, wo dunkel ist.

(Dorothea Welle, nach Lothar Zenetti)

Christof Reusch