Konsequenzen tragen

2013-09-08 11:35:30

Wer als Vater oder Mutter oder Ehefrau das Evangelium an diesem Sonntag hört, dem muss doch der Schrecken in die Glieder fahren: \"Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.\" (Lk 14,25).Die Diskussion über die Familie, über neue Formen und auch Gefahren ist durch verschiedene Diskussionsbeiträge wieder aktuell geworden. Legt Jesus mit diesem Wort noch eins drauf?Er erregt schon bei seinen Zuhörern Widerstand und Kritik. Er will aber keinen Beitrag leisten, zur Familienpolitik oder den Wert der Familie. Es geht ihm vielmehr um die Konsequenzen der Nachfolge. Der Zusammenhalt in der Familie hatte damals eine sehr große Bedeutung. Die Sorge um die Familie konnte dazu führen, dass man vor die Entscheidung gestellt war, Jesus nachzufolgen oder der Familie zu dienen.Die meisten von uns werden heute nicht vor eine solch radikale Entscheidung gestellt. Dennoch begegnet sie auch uns in unserem Alltag. Es geht um die Fragen: Wie weit gehe ich mit der Nachfolge? Welche Konsequenzen bin ich bereit zu tragen? Kalkuliere ich auch \"Risiken und Nebenwirkungen\" ein? Zur Erklärung gibt Jesus dazu noch zwei Gleichnisse Wer einen Turm baut, muss vorher kalkulieren, ob die Mittel ausreichen. Sonst erntet er Spott und Hohn. Oder bevor ein Kriegsherr in den Kampf zieht, prüft er, ob er dem Gegner gewachsen ist. Ist er es nicht, wird er sinnvollerweise vorher ein Friedensangebot machen.Für uns stellt sich die Frage nach Konsequenzen der Nachfolge in unserem Beruf, in der Familie oder auch in der Freizeit. Es ist heute nicht immer leicht, sich zum Christsein oder gar zur Kirche zu bekennen. Tue ich es, muss ich die Konsequenzen tragen. Jesus lässt uns nicht im Unklaren.