„Lebbe geht weider“

Dieser Ausspruch eines gut bekannten Fußballtrainers hat doch eine gewisse Wahrheit. Das sehen wir jedes Jahr im Frühling aufs Neue. Das Grün wird immer satter, es blüht an allen Stellen, die Vögel zwitschern und bauen ihre Nester. Eine wiederkehrende Erfahrung des Menschen.

Doch irgendwie ist alles anders. Jesus ist gestorben. Plötzlich ist er auferstanden von den Toten, das, was keiner denken konnte obwohl er es angekündigt hat. Er erscheint seinen Jüngern und auch anderen Zeugen. Und jetzt? Mit Christi Himmelfahrt endgültig weg. Beim Vater, aufgefahren in den Himmel. Eine neue Situation für seine Jünger, das Leben muss jetzt trotzdem weitergehen. Und was machen die Jünger? Sie schließen sich ein und beten. Sie gehen erstmal nicht raus. Blockiert, nichts ist so wie früher, kein Lebensmut und keine Perspektive!?

Ich frage mich, ob ich auch in so einer Situation bin. Durch Corona ist alles durcheinander. Meine Weihe zum Diakon verschoben, die Kneipen haben zu und mit Kumpels treffen klappt auch nicht mehr so wie früher. Doch ich habe einen Vorteil gegenüber den Jüngern, ich weiß, dass Pfingsten kommt. Am Pfingstsonntag werde ich jetzt doch zum Diakon geweiht. An Pfingsten empfangen die Jünger den Geist und neuen Mut in die Welt zu gehen.

So wird auch unser Leben nach Corona weiter gehen. Nicht so wie vorher sondern verändert. Es wird uns noch lange begleiten, die Einschränkungen, die Ängste und auch die Auswirkungen. Was uns aber Trost ist, ist das wissen um Gott. Er steht uns treu zur Seite und schenkt uns seinen Geist als Beistand. Auch wenn wir es heute nicht wissen und erkennen. Auf Gott ist Verlass, das gibt mir Mut und Zuversicht.

Matthias Thiel, Weihekandidat