Mein Gott, wie schön ist Deine Welt! Oder?
Schon am frühen Morgen reicht ein kurzer Blick aus dem Fenster und das Herz geht mir auf.
Blauer Himmel, Sonne satt, die Vögel zwitschern, die ersten Frühlingsblumen blühen und die Welt erscheint einfach nur friedlich und schön. So wie Gott sich das wohl gedacht hatte…. Sobald ich das Radio einschalte oder die Zeitung aufschlage, fühlt sich das Ganze allerdings nicht mehr so gut an. Ich möchte an dieser Stelle nicht die Katastrophen und schlechten Nachrichten in der Welt aufzählen, das wissen sie alles selbst. Wie lässt sich dieser Gegensatz aushalten? Wie kann unser christlicher Glaube uns Halt geben, uns in allem die Augen für das Gute und Schöne öffnen und Hoffnung und Zuversicht schenken?
Schauen wir auf Jesu Leben, seine Worte, seine Taten. Er selbst erlebte eine Zeit der Fremdherrschaft, sein Volk litt unter der Besatzungsmacht der Römer. Die Israeliten wiederum waren verfeindet mit ihren Nachbarn in Samarien, stritten seit langem über die rechte Gottesverehrung. Es war also alles andere als eine heile Zeit oder heile Welt. Und doch hat Jesus viele Menschen, auch Nichtjuden, fasziniert und mit seiner Botschaft überzeugt. Sie kamen durch ihn zum Glauben und vertrauten auf Gottes Nähe und Liebe, die alles durchdringt - auch wenn die täglichen Erfahrungen etwas Anderes lehrten.Sie glaubten an die Kraft der Liebe. Nicht naiv und dumm, sondern in der Erkenntnis und Erfahrung, dass es mehr gibt, als wir Menschen auf den ersten Blick wahrnehmen können, dass auch die Macht der Starken und Gewalttätigen ihre Grenzen erreicht. Jesus hat diese Überzeugung gelebt, bis zum Schluss am Kreuz und so den Mächtigen der Welt gezeigt, dass Liebe und Vertrauen nicht mit Gewalt auszulöschen sind. Er hat auf Gott gesetzt, immer und überall, über den Tod hinaus. Diese Überzeugung hat ihn zu Lebzeiten die Größe und Gelassenheit gegeben, sich den Widrigkeiten und Widerständen seiner Zeit zu stellen. Vertrauen wir, wie er, in allem auf Gottes stärkende Nähe und Beistand und setzen wir uns dafür ein, dass Gottes Liebe und Nähe durch unser Leben für andere sichtbar und erfahrbar wird. Überlassen wir das Feld nicht denen, die an die Macht des Stärkeren glauben. Singen wir voll Überzeugung: Mein Gott, wie schön ist Deine Welt!
Elke Peglow, Pastoralreferentin