Misereor Fastenaktion 2021 „Es geht! Anders.“

„Es geht! Anders.“ – Das Leitwort der MISEREOR-Fastenaktion ist eine Zusage und ein Aufruf gleichermaßen. Es trifft auf eine Zeit und eine Welt, in der wir erleben, wie es „anders“ gehen kann.

Vielfältige Veränderungsprozesse sind im Gange: In der Kirche, in der Gesellschaft, in der Politik. Hier bei uns in Deutschland, in Europa und weltweit.

Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wo Veränderung nötig ist, wo Strukturen nicht dem Leben und der Sicherheit dienen, hat bestehende Ungerechtigkeiten verschärft: Verteilung von Macht und Ressourcen, die Balance zwischen Bewahren und Erneuern.

Aber wie geht es anders?

Niemand von uns würde wohl von sich behaupten, Veränderungen grundsätzlich nicht zu wollen. Doch: Wenn es mich trifft. Wenn es meine Art zu leben betrifft. Wenn es nicht nur hip und modern ist, sondern meine Werte, meine Bequemlichkeit in Frage stellt… Was dann?

Wir erleben eine Welt im Wandel und eine Welt in Aufruhr: Proteste, erstarkender Populismus und rechtsradikale Strömungen sind ein Ausdruck auch der Ängste, die Veränderungsprozesse hervorrufen. Viele Fragen unserer Zeit sind nicht mit einfachen Antworten zu lösen. Auch wenn manche Populisten und „rechte“ Parteien uns diese anbieten.

Warum aber fallen uns Veränderungen so schwer?

Die Unübersichtlichkeit überfordert, macht ratlos, verleitet zum Rückzug, oft zur Resignation. Wir sind gefordert, Antworten zu finden.

Warum können wir dem Raubbau an den Ressourcen nicht Einhalt gebieten?

Warum gelingt ein solidarisches weltweites Miteinander nicht?

Warum finden wir keinen Weg zu einer Gesellschaftsordnung, die allen Menschen Zugang zu Bildung und Gesundheitsvorsorge und einem Leben in Sicherheit ermöglicht?

Warum verändern wir unsere Wirtschaft und unsere Lebensweise nicht so, dass der Klimawandel eingedämmt werden kann?

Und: „Es geht! Anders.“

Wir können schon sehen, wie es anders gehen kann: Das Gebot, Zusammenkünfte einzuschränken, hat uns hier in Deutschland den Wert von Familie und Gemeinschaft – den Wert des Nächsten – vor Augen geführt.

In der Kirche mussten wir über eine längere Zeit auf öffentliche Gottesdienste verzichten und haben dabei auch neue Wege gefunden, unseren Glauben zu leben. Infektionen in Wirtschaftsbetrieben haben vor Augen geführt, wie lebensbedrohlich soziale Missstände und wirtschaftliche Ausbeutung von Menschen sein können. Unser Blick auf die Umstände, unter denen unsere Waren produziert werden, hat sich geschärft, und das neue Lieferkettengesetz ist ein Hoffnungsschimmer der Veränderung.

Helfen Sie mit! Unterstützen Sie die Misereor-Aktion mit Ihrer Spende: fastenaktion.misereor.de/spenden

„Es geht! Anders.“