Ostern war anders

Wir wussten, dass Ostern in diesem Jahr ganz anders wird. Wie anders, wussten wir vorher nicht. Jetzt ist das Osterfest vorbei und es wird für jeden eine andere Erfahrung gewesen sein. Das gemeinsame Begehen und Feiern der Kartage und Ostern, sowohl in der Familie als auch kirchlich mit den Gemeinden hat gefehlt. Aber wenn uns etwas fehlt, fangen wir an darüber nachzudenken, wir nehmen intensiver wahr und dabei wird es wertvoller und bekommt mehr Bedeutung, weil es nicht mehr selbstverständlich ist.

Wir haben Sehnsucht nach dem, was nicht mehr ist, oder wir stellen fest, dass einiges an Wichtigkeit verloren hat und anderes dafür eingetreten ist, vielleicht nur für das eine Mal, oder sogar dauerhaft. So habe ich mich in der Karwoche und an Ostern viel mehr als sonst bemüht mich, ohne den traditionellen Ablauf  auf diese Tage einzulassen. Es wurde viel angeboten, aber es lag bei jedem einzelnen etwas daraus zu machen.

Obwohl die Andacht am Karfreitag  mir immer viel bedeutet hat, war in diesem Jahr das Begehen des Kreuzweges in der Natur eine neue Erfahrung, die ich nicht hätte missen wollen.  Der Leidensweg Christi in der zum Leben kommenden Natur, Tod und Leben verbunden, es war ein besonderes Erlebnis.

Aber wie würden wir die Osternacht feiern ohne liturgische Feier, ohne Gemeinschaft? Da wir einen Garten haben, haben wir, wie viele andere auch, zum Einstieg ein Osterfeuer gemacht und uns sehr daran gefreut. Es gab gute Vorlagen für eine Andacht zu Hause oder für jeden der die Möglichkeit hatte, der Osternachtgottesdienst der Pfarrei online mitzufeiern, was ich getan habe. Dieser war schlicht,  aussagekräftig und trotz dieser einfachen Form  auch feierlich.  Ganz anders eben, aber die Auferstehung wurde gefeiert und es war Ostern! Der Osterjubel war nicht so mächtig wie im Gottesdienst, wenn die Orgel wieder spielt und das Halleluja gesungen wird, aber Osterjubel hat trotzdem in verschiedenen Formen stattgefunden, am Abend und am Ostersonntag vor vielen Kirchen.

Manchen werden die Ostertage in der Isolation schwer gefallen sein,  aber in der diesjährige Ruhe und Stille konnte das Ostergeschehen auch anders und tiefer als sonst erfahren werden.  Als Christus aus dem Grab auferstand, war er auch allein und es war still.

Ostern heißt Aufbruch und das wird sich nie ändern, auch nicht in dieser von Corona geprägte Zeit.

 

Marcelline Schmidt vom Hofe