Pure Emotion

2014-04-15 20:56:52

Der Glaube an die Auferstehung verfällt zunehmend. Selbst unter Christen schwindet die Überzeugung, dass nach diesem irdischen Leben noch etwas auf uns warten könnte.Das Leben ist eine weltliche Angelegenheit geworden – und der Tod das absolute Ende. Wenig Hoffnung, dass es da noch weitergeht – die Rationalität hat gesiegt.Aus einer aufgeklärten Perspektive heraus fällt es mir schwer an mehr als an das zu Glauben, was ich sehen, fühlen und erklären kann. Auf dieser Maßstabsskala kann die Auferstehung nicht bestehen.Aber Ostern ist eben gerade kein rationales Ereignis. Ostern – mit den Augen des Glaubens gesehen – ist pure Emotion. Ist nicht Hirn, sondern Herz. Unerklärlich, nur glaubhaft.Was da in den österlichen Tagen geschieht, begonnen mit dem letzten Abendmahl am Gründonnerstag und endend mit dem Auferstehungsmorgen, kann nicht in Gedanken ermessen werden. Ich kann hier nur staunend glauben, hoffen.Und genau das macht mir Hoffnung: Wäre die Auferstehung eine kalkulierbare Größe, eine Art göttliche Versicherung auf mein Leben, so wäre sie für mich ein hoffnungsloses Unterfangen. Gleichsam nur ein weiterer Punkt, den ich auf der Checkliste meines Lebens abhaken müsste.Aber erst die schwache, kleine Hoffnung auf dieses Leben nach dem Tod, diese Möglichkeit, dass ich bei Gott sein darf, macht die Sache für mich reizvoll. Weil ich herausgefordert bin, mich dieser unbändigen Emotion des Ostergeschehens zu öffnen. Mich förmlich überrollen zu lassen von dem, was Gott mir mit Kreuz und Auferstehung Jesu entgegenhält. Und nicht in den Versuch zu verfallen, doch wieder erklären zu wollen, was unerklärlich bleiben muss.Das ist mein Ostergeheimnis. Pure Emotion – und damit mehr, als nur dieses Leben zu bieten vermag.