Sankt Ursula - Sicher zum Hafen der Seligkeit

2007-10-18 18:49:32

\"Im 13. bis 15. Jahrhundert entstanden die so genannten \"Ursula-Schifflein\", ursulanische Bruderschaften; an das Schiff der heiligen Ursula knüpfte sich die Vorstellung einer geistigen Fracht frommer Werke sowie die Idee des Lebens als irdische Pilgerfahrt. Die Bruderschaftsmitglieder hofften, durch die heilige Fracht des \"Ursula-Schiffleins\" - die bei der Aufnahme als \"Fahrpreis eingezahlten\" oder versprochenen Messen, Gebete und guten Werke - unter dem Schutz der heiligen Ursula sicher in den Hafen der ewigen Seligkeit einlaufen zu können.\" (Der Sonntag, 21.10.07)Na - das haben wir modernen Christen doch schon lange über Bord geworfen!Und wir sind stolz drauf.Wer glaubt denn noch als aufgeklärter Christ daran, dass man sich den Himmel mit Geld kaufen kann?\"Wenn die Münze in dem Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt!\"Das haben wir gelernt. So geht es wohl nicht.Haben wir bei den \"revolutionären Umbrüchen\" des Glaubens in der anbrechenden Neuzeit nicht doch zu viel über Bord geworfen? Haben wir überhaupt noch geistliche Güter, die wir in unserem Schifflein transportieren?Natürlich ist es richtig, dass man sich mit Geld nicht von Sünden frei kaufen kann. Aber ist dabei nicht auch in Vergessenheit geraten, dass wir alle in einem Boot sitzen? Wir, die lebenden Christen - und all die Christen, die vor uns gelebt haben? Und die nach uns leben werden?Menschen, die leben und glauben. Menschen, die an die Auferstehung glauben sitzen auf ewig in einem Boot. Und wenn man in einem Boot sitzt und auf große Fahrt geht, dann funktioniert das nur, wenn alle mithelfen. Wenn jede und jeder das einbringt, was er und sie kann. Das ist christlicher Glaube.Mit den Christen aller Zeiten sind wir zusammen unterwegs. Mit den Christen aller Zeiten ziehen wir an einem Strang. Mit den Christen aller Zeiten sind wir verbunden in einem Netz. Wir sind der mystische Leib Jesu Christi - seine Kirche in dieser Welt. Wir die Glieder - und er das Haupt. Nur so kann unsere Schiffahrt gelingen.Und dann wiederum ist es eigentlich selbstverständlich dass wir aneinander denken und füreinander da sind. Dass wir in Messen besonders unserer lieben Verstorbenen gedenken. Wir sind mit ihnen verbunden im Gebet. Genauso wie wir mit allen Schwestern und Brüdern weltweit im Gebet verbunden sind. Auch mit denen, die erst noch \"auf die Welt kommen\". Und besonders mit denen, die unserer geschwisterlichen Hilfe am Meisten bedürfen: den Armen und Notleidenden. Mit ihnen können wir uns immer innerlicher durch gute Werke verbinden.Vielleicht war das Denken der Christen im Mittelalter doch nicht so mittelalterlich?! Sie jedenfalls wußten noch, was es heißt, zusammen ein Schiff zu steuern. Jede und jeder ist wichtig, damit die Fahrt gelingt. Und alle gehören zusammen.So wollen wir uns auf die Fürbitte der Heiligen Ursula und all ihrer Gefährtinnen, auf die Fürsprache aller vor uns lebenden Christen auf die große Pilgerfahrt unseres Lebens machen. ER ist mit uns und ER ist unser Ziel.