Trainingslager der Menschlichkeit

2014-02-12 11:09:29

…so hat der Theologe Ulrich Lüke die Fastenzeit einmal genannt. Dazu gehören für ihn drei Trainingseinheiten: Authentizität (Sei du selbst, denn so sieht dich Gott), Solidarität (Spare Zeit, Geld und Zuwendung und investiere sie für andere) sowie Spiritualität (Finde Trost, Ermutigung und Hoffnung bei Gott und definiere dein Ziel neu). Das Bild ist sehr treffend: Denn eine Trainingszeit ist manchmal mühsam, hart und unangenehm, wird aber dadurch belohnt, dass der Trainierende einen höheren Grad körperlicher, geistiger oder spiritueller Fitness erreicht.Ab Aschermittwoch sind wir wieder eingeladen zu diesem Trainingslager. Aber Vorsicht! Auch hier gilt: das rechte Maß finden. Sich gänzlich gehen lassen und zur religiösen Couch-Potatoe zu werden ist genauso geistlich ungesund wie übertriebener Ehrgeiz und zu viel Strenge mit sich und andern. In welcher Richtung dabei die eigene Versuchung liegt, das muss wohl jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen. Sicher wird man gut fahren, wenn man klug und maßvoll trainiert: Sich anfangs nicht zu große Ziele setzen und ggf. die Ansprüche später langsam steigern. Sich an kleinen Erfolgen freuen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Und nicht gleich aufgeben, wenn nicht alles von vornherein klappt wie gewünscht. Flexibel bleiben und vielleicht auch einmal ein Ziel verändern, wenn sich herausstellt, dass es so, wie man es sich vorgenommen hat, nicht erreichbar ist. Nehmen wir die 40 Tage als konkrete Chance, uns selbst, unseren Mitmenschen und Gott näher zu kommen!Pfr. Unfried