Vertrauen in Gott

2008-11-16 12:07:05

Ein kleines Kind springt vom Beckenrand in die offenen Arme der Mutter, die ihm zuruft: „Spring, ich fang dich auf!“ Das hat mit (Ur-)Vertrauen zu tun und macht anschaulich, worum es uns Getauften geht: Ins Ungewisse zu springen wagen im Wissen darum, dass Gott uns auffängt, weil wir nicht tiefer fallen können als in Seine guten Hände. Edith Stein, die vor zehn Jahren heilig gesprochen wurde, sagte einmal: „Es muss so sein, dass wir uns ohne Sicherung in Gottes Hände legen, um so tiefer ist dann die Geborgenheit“. Ich höre daraus auch: Ich MUSS im Leben springen, brauche dabei aber keine Angst zu haben. Ich kann nicht ewig abwägen und warten, sondern kann Gott trauen, dass Er den Schritt uns entgegen macht, wenn mein Sprung zu kurz gerät.In diesen Herbsttagen – zumal im Totenmonat November - wird wohl so manche(r) an Rilke erinnert: „Die Blätter fallen. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an; es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“Ich wünsche uns nicht nur in diesen Tagen dieses Vertrauen, diesen Glauben und diesen Mut, Gott entgegenzuspringen!