Vom Umgang mit Geld

Zuerst dieses Lied zum reinhören:

Photonen Kanonen:
https://www.youtube.com/watch?v=SSckBZw_wks 

In dem Evangelium diesen Sonntages geht es um den Umgang und das Verhältnis mit Geld. Wie sehr soll ich mich auf mein Geld verlassen? Wie sehr soll ich mich auf Geschäfte verlassen? Was mache ich, wenn ich erkenne, dass ich schlecht mit meinem Geld umgegangen bin?

Der Sänger, der das Lied in dem Link gesungen und geschrieben hat, heißt Hannes Wittmer und macht wunderschöne, deutschsprachige Musik. Mich bewegen die Melodien, die Texte und die Emotionen, die ich in der Stimme von Hannes höre und Hannes selbst begeistert und inspiriert mich mindestens genauso viel. Früher hat er wie jede*r andere Musiker*in Alben und Konzerttickets verkauft. Er hat sich aber vor ungefähr einem Jahr dafür entschieden sein neues Album zu verschenken und seine Konzerte auf Pay-what-you-want Basis zu spielen. Warum er dies macht beschreibt er selbst so:

"Die Strukturen in der Musikindustrie sind keinen Deut besser als in jedem anderen Wirtschaftszweig. Monopole werden angestrebt, die Konkurrenz an allen Ecken und Enden aufgekauft. Man macht sich unabdingbar und kann im Idealfall als Zwischenhändler überall mitverdienen. Auch die kleinen, sympathischen Labels sind dazu gezwungen, entweder mit den Methoden der "Großen" zu arbeiten oder eben früher oder später dicht zu machen. Ich will mit meiner Musik kein Teil davon sein ... oder zumindest nicht mehr.“

Nach einigen Monaten berichtet er, dass er immer noch von seiner Musik leben kann. Viele Menschen spenden etwas, da ihnen seine Musik oder seine Gedanken, so gut gefallen. Natürlich will auch Hannes von seiner Musik leben. Aber eben anders. Persönlicher, weniger gezwungen, mit mehr Liebe, mehr Gemeinschaft, mehr Solidarität, mehr Freiheit.

Hannes hat erkannt, dass Geld für seine Musik nehmen, seine Musik kaputt macht und hat konsequent gehandelt, genau wie der Verwalter in dem Gleichnis, das Jesus erzählt. Zwei Geschichten, die völlig unterschiedliche Probleme mit Geld und völlig unterschiedliche Lösungen präsentieren. Ich nehme aus beiden für mein Leben mit, dass ich in Momenten wo ich Sorgen in Bezug auf meine Ressourcen habe, sei es materielle oder seelische, mich trauen soll frühzeitig kreative Gegenmaßnahmen zu ergreifen und mir selbst zu zutrauen diese auch zu finden.