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Vorwort Pfarrblatt

Manchmal sind es die kleinen Gesten, die zählen und die einen Unterschied machen: Ein Papst fährt im kleinen Fiat Cinquecento durch die Stadt und nicht mit der gepanzerten Limousine. Das sagt mehr als viele Worte.

Den Menschen, die Jesu Einzug in Jerusalem miterlebt haben, wussten: Wer auf einem jungen, ungebändigten Esel nach Jerusalem hineinreitet, der ist Gottes Retter, der Messias. Denn das hatte schon der Prophet Sacharja geschrieben: „Juble laut, Tochter Zion! / Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. / Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, / ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.“ (Sach 9,9) 

Die Kriegskönige der Antike kamen hoch zu Ross begleitet von einem mächtigen Heer. Der Herr der Welt, der göttliche Retter und Messias kommt auf einem Esel. Und er hat auch kein Heer – eher ängstlich, zaudernde Fischer – im Gepäck.

Wenn wir in die Welt unserer Tage schauen, dann kann man nur sagen: 
Solche Könige und Herrscher haben wir dringend nötig.

So fährt der Prophet Sacharja in seiner Rede über diesen König auf dem Esel auch fort: „Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Efraim / und die Rosse aus Jerusalem, ausgemerzt wird der Kriegsbogen. / Er wird den Nationen Frieden verkünden; und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer / und vom Strom bis an die Enden der Erde.“ (Sach 9,10)

Am Palmsonntag wird dem König auf dem Esel mit Liedern und grünen Zweigen zugejubelt. 
Denn er ist der Friedenskönig, auf den Christen setzen.

Er ist es, der selbst in dunkelster Nacht Hoffnung und Leben bringen wird.

Mathias Wolf, Diakon