Weihnachten ist zu Ende

2008-01-01 08:00:22

Wann bauen Sie Ihre Krippe ab? Am Fest der Taufe Jesu (dieses Jahr am 13.1.) endet eigentlich die Weihnachtszeit. Viele lassen die Krippe aber noch länger stehen. In der Kirche St. Crutzen ist sogar das ganze Jahr eine Krippe zu sehen - weit oben im sechseckigen Dezemberfenster.Die vertrauten Personen der Krippe wie Maria, Josef, das Jesuskind oder die Hirten fehlen. Einzig Ochs und Esel sind zu erkennen. Weihnachten ganz ohne Personen - selbst ohne Kind in der Krippe. Eine gewagte Darstellung! Sie lenkt unseren Blick auf das Beiwerk. Die Sonne auf der linken Seite durchstrahlt das ganze Bild. Sie verweist auf Christus, den Herrn der Zeit, das Licht der Welt, die unbesiegte Sonne. Mit seiner Geburt wird das Dunkel der Nacht vertrieben, das Fest der Geburt Jesu lässt die Tage wieder länger werden. Die Mondsichel als Gestirn der Nacht tritt in den Hintergrund. Die Krippe selbst ist auf dem Fenster kaum auszumachen. Sie wird verdeckt von einem Tuch. Hier wird bereits das Grabtuch Jesu angedeutet.Nur Spuren von Weihnachten sind auf diesem Fenster zu finden. Was genau geschah, ist für den Künstler nicht entscheidend. Das Weihnachtsbild aus St. Crutzen will den Blick auf das Beiwerk lenken. Ich lese es so, dass es uns auf die Suche nach den Spuren von Weihnachten schickt. Wo hinter¬lässt dieses Fest seine Spuren bei uns? Und umgekehrt: In welchem „Beiwerk“ unseres Lebens entdecken wir eine Spur Gottes?Diese weihnachtliche Spurensuche endet nicht mit der Weihnachtszeit. Selbst wenn unsere Krippen längst wieder verpackt sind, lassen sich doch hin und wieder Seine Spuren entdecken. Halten wir die Augen offen – auch über die Weihnachtszeit hinaus!Mathias Wolf, Diakon