Wie Fisch und Fahrrad...

Ursprünglich war es wohl das spöttische Wort eines religionskritischen Philosophen: Ein
Mensch brauche Glauben wie der Fisch ein Fahrrad. Populär wurde der Vergleich, als
die Frauenbewegung in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts ihn auf das Verhältnis
von Frau und Mann anwandte.
Ganz anderer Kontext also. Aber wenn Jesus sein Kernteam zusammenstellt (sprich:
seine Jünger beruft), frage ich mich doch, warum er dafür ausgerechnet auf
Berufsfischer aus der galiläischen Provinz gesetzt haben mag. Aus Andreas, Jakobus,
Johannes und Simon Menschenfischer machen zu wollen, das klingt für mich schon sehr
nach Fisch und Fahrrad. Das passt einfach so gar nicht.
Okay, es ist anders gekommen. Dieselben, die sich im Verlauf der nächsten drei Jahre
des Öfteren tölpelhaft und töricht anstellen werden, eben dieselben werden tatsächlich
nach Ostern den Glauben in die Welt tragen. Begeistert und begeisternd.
Unwiderstehlich und herzenswarm. Insgesamt ein Dreamteam. Jeder für sich ein
Original.
Jesus, der begnadete Personalentwickler? Trüffelschwein für gut versteckte
Begabungen?
Oder soll mir das ganz etwas anderes sagen: Glauben ist kein besonderes Spezialwissen
und deshalb nichts nur für besondere Experten (Kleriker, Mönche, TheologInnen...).
Und Glaubensweitergabe darum auch kein Projekt für Kommunikationsexperten. Die
Botschaft will ins Herz treffen. Und von Herz zu Herz gehen. Und sie hat allen etwas zu
sagen: Fisch und Fahrrad inklusive. Und Ihnen und mir auch: Du bist geliebt.
Bedingungslos. Und ungeahnt, was Gott alles in Dir an Gaben angelegt hat.
Pfr. Unfried