Zeit zum Träumen

Zeit zum Träumen

 

Sie haben sich gehörig auseinandergelebt: der Advent und die Vorweihnachtszeit. Letztere beginnt ja schon im Oktober, wenn die Lebkuchen im Supermarkt in die Regale kommen. (Auf den katholischen Philippinen übrigens schon zum September – inklusive geschmückten Weihnachtsbäumen und aufgebauter Krippe nicht bloß in der Shopping Mall sondern auch in den Kirchen…)

Aber bevor ich mich aufrege, nehm´ ich es lieber gelassen und beschränke mich darauf, dass es den Advent eben trotzdem immer noch gibt und seine besonderen Chancen.

 

Eine solche sind die traumhaft schönen alttestamentlichen Lesungen in diesen Tagen und die Kraft ihrer Visionen. Schwerter zu Pflugscharen! Das hat sich nicht überholt als Ziel, für das es zu leben lohnt. Und die – recht verstandene - Völkerwallfahrt zum Zion genauso wenig. Denn da geht es nicht darum, dass die Kirche am Ende Recht behält und alle Menschen das einsehen. (Wohlgemerkt: die Wallfahrt der Völker hat nicht den Tempel als Ziel). Es ist vielmehr ein Bild für die Konvergenz derer, die das Gute suchen. Sie finden zusammen in Gott, welchen Namen sie ihm auch immer geben mögen.

 

Das sind Träume, die alles andere als frommes Wunschdenken sind. Träume, die Menschen inspirieren können. Träume, die Menschen bewegen zum Guten. Wäre schade, wenn sie nur zwischen Buchdeckeln verstauben würden.

 

Pfarrer Andreas Unfried