Zeugen gesucht!

2017-01-14 15:12:05

Zeugen gesucht!So steht es in der Zeitung. Wer meldet sich da? Mutige, diejenigen die etwas gesehen oder gehört haben. Der Blick verändert den Zeugen. Im Schauen und Hören wird er Teil des Geschehens. Das fordert eine Entscheidung: Von dem zu erzählen, was er gesehen hat oder es bleiben zu lassen. Es verlangt Mut, die Wahrheit auszusprechen.Auch das Sonntagsevangelium spricht von der Erfahrung eines Zeugen. Es ist Johannes der Täufer. Im Rückblick erzählt er von seiner Begegnung mit Jesus bei dessen Taufe: „Das habe ich gesehen und ich bezeuge. Er ist der Sohn Gottes“. Johannes hat genau hingesehen. Und das macht den Beobachter zum Zeugen, nämlich aufmerksam zu sein für das Zufällige und offen für das Neue. Es gilt, sich betreffen zu lassen. Nicht nur das Bekannte wahrzunehmen sondern zu staunen; sich zu wundern, um zu verstehen und um dann zu dem zu stehen, was das Gesehene in ihm verändert. Im Alltag kann das für uns heißen: aufmerksam zu bleiben, sowohl gegenüber Gottes Tun, als auch gegenüber Ungerechtigkeiten. Zum Beispiel wenn jemand am Arbeitsplatz, auf Facebook oder in der Schule gemobbt wird, oder wenn fremdes Eigentum mutwillig und „spaßeshalber“ zerstört wird. Die mutige Einstellung geht aus einem aufmerksamen Geist hervor.In unseren Beziehungen könnte dieses aufmerksame Hinsehen bedeuten, dass wir in den kleinen Dingen und in dem Anderen Gott entdecken können, die Versöhnungsbereitschaft aufspüren, ohne jemand auf sein vorausgehendes Verhalten festzulegen, die Weisheit fühlen, welche in der Frage eines Kindes ruht, oder auch den Zeigefinger Gottes sehen, wenn etwas nicht nach der eigenen Vorstellung läuft. Und dann liegt es an uns, mutig zu entscheiden, ob wir stumme oder sprechende Zeugen werden.