„Gib Frieden!“

Es gibt sie noch die Krisenherde in unserer Welt, Krieg, Elend, Flucht. Menschen, die alles verlieren, was ein Leben in Sicherheit und Würde ausmacht.

Der 5. Fastensonntag bringt die Anliegen von MISEREOR in den Blick mit dem Leitwort „Gib Frieden!“

Und dann würde, wenn nicht wegen der Corona-Pandemie die Kirchen geschlossen blieben, in den Gottesdiensten eine Geschichte von unheimlicher Wucht verlesen werden: Jesus holt den toten Lazarus zurück ins Leben (Johannes-Evangelium 11,1-45). Der ist schon vier Tage tot. Jesus lässt den Stein vor der Grabeshöhle wegwälzen. Die Schwester des Verstorbenen warnt: „Herr, er stinkt schon.“ Jesus ruft mit gewaltiger Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Da kommt der Verstorbene heraus. „Löst ihm die Binden und lasst ihn gehen!“
Das Großartige ist, dass nicht von der Auferweckung in ein jenseitiges Leben erzählt wird, sondern ins diesseitige. Nirgendwo in der Bibel steht, wie es dem Lazarus dann in seinem zweiten Leben erging. Jesus führt den Lazarus zurück ins Leben. Der Name ist Programm: Lazarus, hebräisch Eleazar, - Gott hat geholfen.
Lesen Sie selbst die Geschichte, lassen Sie diese Geschichte auf sich wirken. Wenn wir diese Geschichte hören bzw. lesen, dann wird unser Blick auf die Lazarusse damals und heute gelenkt, deren Elend zum Himmel stinkt.
Die Ereignisse der letzten Wochen haben alles verändert. Der MISEREOR-Sonntag steht da mit der großen Bitte: Unterstützen Sie die Fastenaktion! Lassen Sie uns in dieser Zeit der Sorge die Menschen in Syrien und den Libanon nicht vergessen. Sie haben alles verloren, was ein Leben in Sicherheit und Würde ausmacht. Diese Menschen sind in den Binden des Todes begraben. MISEREOR ruft: Macht sie los, und lasst sie gehen! Bei allem Kampf gegen das Virus, der Einsatz für die Menschen in Not, für die Flüchtlinge fordert unsere Solidarität. Es gibt in diesen Tagen des Coronavirus viel Solidarität, das sieht man auch an der Coronavirus -Hilfe Oberursel.
Die Lazarus-Geschichte ermutigt zur Solidarität für die Lazarusse in Syrien und im Libanon. Auf Ostern zugehen: Ein Bild für unsere Welt, in der kaum irgendwo Ostern ist.

Wo rufen wir: „Komm heraus“!

Wo ist es an mir, Zeichen der Hoffnung zu setzen, gegen alle Hoffnungslosigkeit?

Stärken wir einander, setzen wir Hoffnungszeichen, indem wir Misereor unterstützen.
Lazarus – zurück ins Leben!

 

Anita Novotny, Gemeindereferentin